Magnetische Gleichfelder (Magnetostatik)
Technische magnetische Gleichfelder entstehen z.B. durch magnetisierte Metalle wie Stahl. Aber auch fließender Strom verursacht magnetische Felder. Wechselstrom hat Wechselfelder zur Folge (vgl. A2), und Gleichstrom hat Gleichfelder zur Folge. Der bekannteste natürliche magnetische Gleichfeldverursacher ist die Erde. Das ungestörte Magnetfeld unserer Erde ist ein wichtiger Ordnungs- und Orientierungsfaktor für alles Leben. Künstliche Magnetfelder verzerren und überlagern das natürliche Gleichfeld. Jede Störung des natürlichen Erdmagnet-feldes kann biologische Konsequenzen verursachen, speziell bei Langzeiteinwirkung. Starke Magnetfeldunterschiede, insbesondere kleinräumige, wirken z.B. depolarisierend auf Zellen und erzeugen im Organismus elektrische Spannungen und Wirbelströme. Magnetfelder werden auch in der Medizin z.B. zur Förderung der Heilung von Knochenbrüchen eingesetzt. Bienen z.B. können noch sehr schwache Magnetfeldschwankungen (0,026 µT) wahrnehmen.
Maßeinheit
Magnetische Feldstärke in Mikrotesla (µT), frequenzlos
Physikalisches Verhalten
Magnetfelder sind sog. Wirbelfelder. Das heißt die Kraft- bzw. Feldlinien sind in sich geschlossen; sie weisen keinen Anfang und kein Ende auf. Magnetfelder durchströmen den Körper und die meisten Materialien ungehindert. Das Erdmagnetfeld ist das bekannteste Wirbelfeld und unser Maßstab. Die natürliche Magnetfeldintensität beträgt in unseren Breitengraden zwischen 45 bis 50 µT. Das Erdmagentfeld zweigt Schwankungen im Jahres- und Tagesgang, als auch eine sog. Mikropulsation. Diese werden vorrangig ausgelöst durch magnetische Stürme der Sonne (bis zu 1 µT) und durch Ionisation (Ladungsverschiebung) der oberen Atmosphärenschichten durch z.B. direkte Sonneneinstrahlung (einige 0,01 µT).
Messtechnik
Mittels 3D Magnetometern. Auflösung mindestens 0,1 µT. Ergänzt durch bildliche dreidimensionale Darstellung von Magnetfeldschwankungen. Orientierend mittels Kompass zur Einschätzung der Feldauffälligkeit von Materialien und an Oberflächen.
Feldreduktion
Entfernung der Verursacher. Abstand zum Verursacher. Unkontrollierte Magnetfeldverzer-rungen sind grundsätzlich zu vermeiden.
Baubiologische Richtwerte für den Schlafbereich
| Magnetische Gleichfelder | unauffällig | schwache Auffälligkeit | starke Auffälligkeit | extreme Auffälligkeit |
| Flussdichteabweichung (Stahl) in μT | < 1 | 1 – 5 | 5 – 20 | > 20 |
| Flussdichteschwankung (Strom) in μT | < 1 | 1 – 2 | 2 – 10 | > 10 |
| Kompassnadelabweichung in Grad (orientierend) | < 2 | 2 – 10 | 10 – 100 | > 100 |
